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Zum Abheben

Weit spannt sich der Himmel über dem Niederrhein. Nichts verstellt den Blick. Der Rheindeich ist die höchste Erhebung. Ein ideales Fleckchen Erde, um in die Luft zu gehen. Mit einem Heißluftballon!




Wir treffen uns an der A3, Auffahrt Hünxe. Der weiße Citroen Jumper zieht eine kostbare Fracht: Den buntbemalten Anhänger mit der ganzen Ausrüstung, die man zum Ballonfahren braucht. Zuerst einmal braucht Tina Hagdorn einen Luftballon. Einen kleinen! Sie läßt ihn als Testballon steigen. Keiner läßt ihn aus den Augen. Wohin treibt ihn der Wind? Tina peilt die Richtung mit dem Kompaß an.





Die Landkarte wird auf der Motorhaube des Citroen ausgelegt. Peter Hagdorn fachsimpelt mit seiner Frau über die mögliche Fahrtroute für den Fesselballon. Der kann nicht gelenkt werden, die Fahrtrichtung wird allein durch den Wind bestimmt. Genau wie die Geschwindigkeit. Die Fahrgäste beugen sich über die Karte. Blau und grün bestimmen das Bild. Der Rhein und die Wälder, dazu die Wiesen für Start und Landung, was will man mehr?




Alle Ballonfahrer, acht Erwachsene, finden im Jumper Platz. Wir fahren nach Norden und halten an einem Waldrand, wo Fuchs und Hase sich Gute Nacht sagen. Die Abendsonne entfaltet ihre ganze Kraft. Kameras werden hervorgeholt, die Gäste, die sich zum ersten Mal in einen Ballonkorb wagen, möchten den denkwürdigen Augenblick festhalten. Die Vorfreude ist verhalten. Aufgeregt ist man schon, doch man zeigt es nicht ... Tina zieht sich Stiefel an. Jetzt beginnt die Arbeit. Jeder bekommt Handschuhe und darf anpacken. Der Korb ist schwer. Er wiegt mehr als 400 kg. Mit vereinten Kräften wird er über die geöffnete Ladeklappe hinuntergezogen auf die Wiese. Für das Hochziehen nach der Landung ist eine elektrische Ramsey Seilwinde im Anhänger montiert (REP 5000). Aber jetzt heißt es „Gemeinsam sind wir stark!“ Die Brenner werden aus dem Korb gewuchtet, am Gestänge montiert, dann das GPS Gerät.




Der riesige Ballon paßt in einen Sack, den drei Mann locker handhaben können. Er wird auf der Wiese ausgebreitet. Tina hängt sorgfältig die Schäkel am Gestänge ein. Peter stellt den Ventilator auf. Das präzise, unaufgeregte, konzentrierte Hantieren der beiden Experten vermittelt ein sicheres Gefühl. Die beiden jungen Damen, die hier abheben möchten, dürfen die Öffnung des Ballons dem Ventilator entgegenhalten. Die vier Männer, die auch unter die Ballonfahrer gehen wollen, ziehen die leichte Stoffhülle auseinander, während die Luft hinein gepustet wird. Der Blick in den aufgeblähten Ballon – ein Farbenrausch in rot.




Die jungen Damen dürfen als erste einsteigen. Die Männer bieten alle Kraft auf, um den Ballon noch am Boden zu halten. Peter wirft den Brenner an. Eine Stichflamme fährt in die Öffnung des Ballons. Der wölbt sich über der Wiese, beginnt zu schweben, jetzt klettern die Männer in den Korb, so schnell sie können, während Tina, die am Boden bleibt, den Ballon noch festhält. Ihr Mann reguliert die Flamme. Und Tina läßt los. Sanft hebt der Korb ab, schwebt der Ballon den Baumwipfeln entgegen, steigt in den blauen Sommerhimmel, der sich endlos spannt über dem Niederrhein. Himmlisch.







Tina sieht ihm nach. „Ist dir nicht ein bißchen mulmig?“ Tina schüttelt den Kopf. Ihr Mann hat Erfahrung. Und er hält mit ihr Funkkontakt. Sie bewegt den Jumper mit dem schweren Hänger über die Wiese. „Damit fahre ich mich nicht fest. Der hat Allradantrieb,“ erklärt sie. Doch für den Fall, daß die Wiesen mal weich und naß sind, wird für die Seilwinde, die im Anhänger montiert ist, auch ein abnehmbarer Anbau vorne am Zugfahrzeug geplant. Denn wer weiß schon, wo der Ballon landen wird? Die Hagdorns können es zwar ahnen, doch der Wind muß mitspielen. Tina bringt den Citroen zu der Stelle, wo sie die strahlenden Ballonfahrer wieder aufnimmt. Bis zur nächsten Brise!